Seit jeher kommen Menschen zusammen, um gemeinsam zu singen. Seit rund
200 Jahren tun sie dies auch in einer organisierten Form: dem Verein.
Nachdem Gesangvereine zuerst in großen Städten entstanden waren, erreichten
sie nach und nach auch die ländlichen Räume - so auch den Oberwesterwald.
Wie konnte das Chorwesen im 19. Jahrhundert dort Fuß fassen? Von wem
oder was wurde es beeinflusst? Welche Veränderungen erlebte es im Laufe
der Geschichte? Sind Vereinsstrukturen bei den verschiedenen Chorgattungen
(Männer-, Frauen-, Kinder-/Jugendchor, gemischter Chor) gleich? Gibt
es Unterschiede zwischen weltlichen Chören und Kirchenchören? Fragen,
die sich rückblickend am Ende des 20. Jahrhunderts stellen, einem Jahrhundert,
das enorme gesellschaftliche Veränderungen mit sich brachte. Im ersten
Teil der Untersuchung werden die Grundlagen dargestellt: Forschungsstand,
definitorische Probleme, Fakten zur frühen Geschichte des Laienchorwesens,
Zielsetzung und Methode sowie das Untersuchungsgebiet - der ehemalige
Oberwesterwaldkreis, im Nordosten von Rheinland-Pfalz gelegen. Nach
der kurzen Darstellung der Entwicklungsgeschichte des Chorwesens in
Rheinland-Pfalz und in angrenzenden Gebieten von Nordrhein-Westfalen
und Hessen wird ausführlich die Ausbreitung des Chorwesens im Untersuchungsgebiet
und die Geschichte der regionalen Chorverbände aufgezeigt. Weitere Kapitel
sind: Mitglieder- und Organisationsstrukturen, Vereinssymbolik, Liedgut,
Chorleitung, die vielfältigen Aktivitäten von Chören sowie die Beziehungen
von Vereinen untereinander. Zahlreiche Schaubilder verdeutlichen die
Untersuchungsergebnisse. Dem Hauptteil folgen eine Dokumentation, die
das erhobene Material in zumeist tabellarisch aufbereiteter Form anbietet,
und ein Anhang mit Abbildungen und Musikbeispielen. Die Studie versteht
sich als ein Beitrag zur Vereins- und Sozialgeschichte des ländlichen
Raumes.
