Goethe geriet ins Schwärmen, als er dieses Buch las. Zum ersten Mal
hatte in den Jahren von 1815 bis 1817 ein Deutscher bis dahin weitgehend
unbekannte Gebiete von Brasilien bereist: Maximilian Prinz zu Wied-Neuwied.
Urwälder und Savannen, wilde Tiere und kriegerische Indianerstämme,
von denen man hier noch nie gehört hatte, schilderte er nach seiner
Heimkehr in Wort und Bild. Sein Werk versetzte die Leser "in ferne Regionen",
wie Goethe es ausdrückte. Was Alexander von Humboldt für die spanischen
Länder Südamerikas leistete, das vollbrachte Prinz Maximilian auf seine
Weise für Brasilien. Noch heute gelten Wieds Reiseberichte unter Fachleuten
als Standards für Zoologie und Völkerkunde. Für die Geschichte Amerikas
sind sie von hoher Bedeutung. Nicht zuletzt aber bieten die beiden Bände
eine höchst amüsante Lektüre. Rund 170 Jahre war das brasilianische
Reisewerk nicht mehr im Buchhandel erhältlich. Die spätere Durchquerung
des "wilden Westens" von Nordamerika durch den Prinzen zu Wied hatte
die zeitlich frühere Brasilienreise beim Publikum fast in Vergessenheit
geraten lassen. Dieser Nachdruck schließt nun eine empfindliche Lücke.
Er bietet den unveränderten Originaltext. Im Anhang werden alle für
das Verständnis wichtigen indianischen oder portugiesisch-brasilianischen
Ausdrücke, aber auch altmodische Fremdwörter übersetzt und kurz erläutert.
Überholte Ortsbezeichnungen sind in heutiger Schreibweise aufgelöst
und wo nötig auch lokalisiert. Hinweise auf weiterführende Literatur
beschließen die Neuausgabe des klassischen Reisewerkes.
Hinweis: Eine Leseprobe aus Bd. 1 findet sich unter dem Stichwort
"Ostbrasilianische Indianer" in der aktuellen "Brockhaus
Enzyklopädie" (Bd. 20, S. 513).
