Carolin Renate Weichselgartner
Kloster und Stadt: Das Angerkloster in München im Mittelalter

1. Aufl. 2004. 232 S. Zahlreiche Abbildungen. DIN A5. Broschur
EURO 29,95 (unverbindliche Preisempfehlung)
ISBN 978-3-89796-116-6
Geschichte im Kontext. Hrsg. v. Armin Heinen und
Hubertus Seibert. Band 5

Der Band ist vergriffen.


Möglicherweise ließen sich bereits um 1221 Franziskaner am Anger, der bis 1287 außerhalb der Stadt lag, nieder. Dort befand sich eine Jakobskapelle und ein Haus. Der Wittelsbacher Herzog Ludwig der Strenge wollte die Franziskaner näher bei sich haben und errichtete eine Kirche und ein Kloster für sie. Die Ministerialenfamilie der Sendlinger unterstützte die Baumaßnahmen finanziell, weil sie Klarissen nach München holen wollte. So konnten 1284 vier Schwestern aus dem Klarissenkloster Söflingen bei Ulm am Anger einziehen.
Die Wittelsbacher traten als Herren und Beschützer des Klosters auf. Sie übten die weltliche Gerichtshoheit aus. Drei Herzogstöchter traten ins Angerkloster als Konventschwestern ein: Agnes, die Tochter Kaiser Ludwigs IV., Amalie, die Tochter Herzog Ernsts, und Barbara, die Tochter Herzog Albrechts III. Franziskanerbrüder waren die Beichtväter der Schwestern. Bis ca. 1400 verwalteten Konversen, ab dieser Zeit Bürger der Stadt München die Liegenschaften des Klosters. Die Äbtissinnen stammten aus Münchner Patrizier- und Landadelsfamilien. Die Schwestern erwarben im Laufe der Zeit umfangreiche Besitztümer.
Das Angerkloster erfüllte eine wichtige soziale Funktion in der Unterbringung und Verköstigung alter Menschen. Die Frauen erzogen die Töchter aus allen Bevölkerungsschichten und beteten für das Seelenheil der Menschen. Die Jakobidult fand auf dem Platz vor der Kirche St. Jakob statt. Die Pferderennen, die ebenfalls in diesen Tagen abgehalten wurden, bildeten den gesellschaftlichen Höhepunkt des Jahres.

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