Um bei den vielfältigen Denk-wegen von Martin Heidegger den Grund der
Kontinuität und Diskontinuität seines Denkens zu untersuchen, thematisiert
die vorliegende Studie unter dem Motto "lucus a non lucendo"
das Wort "Lichtung". Dabei werden drei zentrale Fragen eingekreist:
1. Liegt der Leitfaden der Lichtung in der ersten Denkphase Heideggers
im Gelichtet-sein des Menschen, und wie hängt das Gelichtet-sein mit
dem Sinn von Sein zusammen, der in dieser Denkweise vom Horizont der
Zeit gesucht wurde? (Erster Teil)
2. Welche Rolle spielt die Lichtung in der Destruktion der bisherigen
Lichtmetaphysik? (Zweiter Teil)
3. Wie bestimmt sich die Lichtung als solche, und wie bezieht sich der
Mensch und das Seiende auf die Lichtung? (Dritter Teil)
Mit der Herausarbeitung des Grundwortes "Lichtung" zeigt sich
der Grundzug des Seins als Lichtung im Sinne der Sich-Verbergung. Hierbei
erklärt sich, warum der Mensch als Da-sein das Gelichtet-sein ist und
das Wesen des Dinges die Lichtung im Seienden ist. Damit erhellt sich
die Notwendigkeit der Ab- und Umkehr von der bisherigen Philosophie
bei Heideggers "Seinsfrage": Heidegger hält die gesamte bisherige
Philosophie für Lichtmetaphysik, weil er von der Lichtung her den Grund
der Lichtmetaphysik gesehen zu haben glaubt.
