Sabine Seggelke
Der französische Präsident Valéry Giscard d'Estaing und die Massenmedien
Vom "Kennedy à la française" zum skandalierten "Monarchen"

1. Aufl. 2004. 216 S. DIN A5. Broschur
EURO 29,95 (unverbindliche Preisempfehlung)
ISBN 978-3-89796-125-8
Publizistik im Gardez! Herausgegeben v. Michael Kunczik. Band 4


Das Buch stellt eine Auseinandersetzung mit den Kommunikationsstrategien des französischen Präsidenten Valéry Giscard d'Estaing dar. 1974 verkörperte der bislang jüngste französische Staatspräsident als "Kennedy à la française" Aufbruch und Moderne. Am Ende seiner Amtszeit war er hingegen für weite Teile der Öffentlichkeit zum Synonym für monarchische Allüren und politische Skandale geworden. In der Analyse dieses widersprüchlichen Septennat fungiert die Interaktion zwischen dem Präsidenten und den Massenmedien als eigenständiger Erklärungsbeitrag. Giscards Wahlkampf von 1974 sowie die Umsetzung seiner liberalen Ideen bei der Konzeption der präsidentiellen Öffentlichkeitsarbeit und der persönlichen Imagepflege widerspiegelten den Bruch mit Ideologie und Ästhetik des Gaullismus.
Die Medienpolitik Giscards verlangt hingegen nach einem differenzierten Urteil; verbarg sich doch hinter dem vorgeblichen Rückzug des Staates aus den Medienorganisationen eine weitreichende Einflussnahme dank einer geschickten Personalpolitik. Schließlich wird die "Diamantenaffäre" untersucht, die aufgrund der Schwächen der präsidentiellen Krisen-PR ihren Schatten auf die Präsidentschaftswahl von 1981 warf.
Eine Reihe von Experteninterviews, die die Literaturanalyse ergänzen, dienen der Zielsetzung, die Strategien des Medienakteurs Giscard in den Kontext der Zeitgeschichte einzubetten. Gleichzeitig erscheint die Amtszeit von Valéry Giscard d'Estaing als exemplarisch für das komplizierte Wechselspiel zwischen politischen Institutionen und Medienlogik.

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