Die aktuelle bevölkerungswissenschaftliche Diskussion
beschäftigt sich mit dem asymmetrischen Wachstum der Weltbevölkerung
auf derzeit über 6 Milliarden Menschen. Zwei zentrale, gegensätzliche
Weltbevölkerungstrends bestimmen das demografische Weltbild und die
internationale Bevölkerungspolitik: Wachstum in fast allen Entwicklungsländern
und Stagnation oder Schrumpfung der Bevölkerungen in nahezu allen Industrieländern.
Beide Entwicklungen stellen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auf
nationaler wie internationaler Ebene vor große Herausforderungen.
Der wachsende Bevölkerungsdruck zieht dabei unterschiedliche Effekte
nach sich. Aus dem Spannungsverhältnis zwischen Bevölkerungsentwicklungen
und fragilen Umfeldbedingungen kann Migrationsdruck resultieren. Bevölkerungswachstum
kann dabei in eine Verschärfung der politischen, ökonomischen, sozialen
und ökologischen Umfeldbedingungen in den Wachstumsländern münden, die
sich alsbald zu negativen Abstoßungskräften verändern können. Durch
den wachstumsbedingten Bevölkerungsdruck in Kombination mit der kritischen
Ausprägung dieser Push-Faktoren wird Migration begünstigt.
Auf der Basis interdisziplinärer bevölkerungs- und migrationstheoretischer
Konzepte werden in der vorliegenden Studie die Weltregionen in einem
Schritt hinsichtlich ihrer Bevölkerungsentwicklungen quantitativ und
qualitativ untersucht. In einem weiteren Schritt werden ausgewählte
Wachstumsländer im Blick auf die dort vorherrschenden Umfeldbedingungen
analysiert. Wie die Mechanismen aus Bevölkerungsstrukturen und Migrationsarithmetik
schließlich ineinandergreifen und welche Implikationen davon ausgehen,
stellt die Arbeit auf einer breiten Datenbasis, aber dennoch anschaulich
und exemplarisch dar.
Christian Kannwischer ist auch Autor der Bände:
"Interdependenzen
in den europäisch-amerikanischen Beziehungen"
und
"Die Stabilisierungs- und Konsolidierungspolitik
der EU gegenüber Mittel- und Osteuropa".
Außerdem ist er Mit-Autor des Bandes
"Politik und Werbung" (mit
Ulrich Druwe)