Der Brasilianer Glauber Rocha galt in den 1960er
Jahren als politischer Autorenfilmer schlechthin sowie als das Gewissen
Lateinamerikas und der so genannten Dritten Welt. Im Gegensatz zum 'militanten
Kino' jener Zeit zeichnen sich Rochas Filme durch eine ausgeprägte Vielschichtigkeit
aus und lassen stets die unverwechselbare künstlerische Handschrift
des Regisseurs erkennen.
In der vorliegenden Studie werden erstmals sämtliche Spielfilme Rochas
eingehend betrachtet. Zugleich wird zum ersten Mal die Bedeutung Rochas
für den postkolonialen Diskurs herausgearbeitet. Dabei dient der Ansatz
einer 'Arbeit am postkolonialen Gedächtnis' (der die postkoloniale Theorie
mit dem Konzept des kulturellen Gedächtnisses verknüpft) als zentrale
Untersuchungsperspektive. Die theoretische Ausgangsbasis wird durch
eine Darstellung der brasilianischen Kultur- und Filmgeschichte konkretisiert.
Neben dem filmischen Werk werden auch die kulturkritischen Schriften
von Glauber Rocha als ein Beitrag zum postkolonialen Diskurs herausgestellt.
