Die Studie beschäftigt sich mit Öffentlicher Meinung
sowie politischer und gesellschaftlicher Kommunikation und deren Legitimationsstrategien.
Ein Hauptaspekt des Buches zeigt, inwieweit das moralische Aufladen
der Kommunikation und der vorgebrachten Argumente für den Kommunikationserfolg
verantwortlich ist und zur Legitimation des eigenen Standpunktes beiträgt.
Des weiteren wird herausgearbeitet, dass für die Integration einer Gesellschaft
verbindliche moralische Normen und Werte unabdingbar sind und dass diese
die Kernelemente der gesellschaftlichen und politischen Kommunikation
im England des 18. Jahrhunderts waren. Zugleich zeigt die Arbeit, dass
damals der Verweis auf die Öffentliche Meinung der wichtigste Legitimationstopos
war. Dies offenbart ein enormes Wissen über die sozialpsychologische
Funktion der Öffentlichen Meinung.
Zugleich führte das Wissen über die Wirkungsmechanismen und die Funktion
der Öffentlichen Meinung dazu, dass insbesondere in der Politik versucht
wurde, die Öffentliche Meinung zu gewinnen und zu beeinflussen. Dadurch
traten neben das Phänomen Öffentliche Meinung und den moralischen Legitimationstopos
Öffentliche Meinung auch die Argumentationstopoi der genuinen, wahren
Öffentlichen Meinung und der durch Manipulation verfälschten Öffentlichen
Meinung. Durch den vehementen Parteienstreit wurden der Öffentlichen
Meinung aber auch im Zuge gegenseitiger Delegitimation negative Charakteristika
zugeschrieben.
