Ang Lee, ein nach außen oftmals schüchtern wirkender Mann, schreibt
auf seine Art Filmgeschichte, die die internationale Filmwelt inspiriert.
Als mit Sicherheit einer der spannendsten und erfolgreichsten Regisseure
unserer Zeit schafft er mit seinen Werken den Spagat zwischen Kassenerfolg
und hoher künstlerischer Anerkennung.
1954 wurde Ang Lee in Taiwan in einer streng konfuzianischen Familie
geboren, kam dort erstmals mit dem westlichen Theater in Kontakt und
erlernte später in Amerika das Handwerk des Filmemachens. Das Faszinierendste
an Ang Lee sind seine Bemühung und Fähigkeit, zwei Philosophien, zwei
Kulturen und Kunsttraditionen - das altertümliche Chinesische einerseits
und das extravagantere Westliche andererseits - ganz im Sinne des Tai
Chi, miteinander zu harmonisieren.
"Das Kino von Ang Lee" sucht nach den Einflüssen westlicher
filmerzählerischer und -ästhetischer Konventionen in seinen Arbeiten.
Der Fokus des Buches ist auf die Frage gerichtet, inwiefern Lee das
Chinesische in seinem internationalen Kunstschaffen thematisiert, wie
er es so modernisiert und abstrahiert, dass es auch in dem grenzenüberschreitenden
Kontext strahlt und einem breiten Publikum ein erfrischend neues Kinoverständnis
bzw. -erlebnis bietet.
