Boris Naumann
Betriebliche "Bündnisse für Arbeit" und
Zukunft der Tarifautonomie

1. Aufl. 2005. 112 S. DIN A5. Broschur
EURO 24,95 (unverbindliche Preisempfehlung)
ISBN 978-3-89796-157-9
Soziologie im Gardez! Hrsg. v. Leo Kißler. Band 2

Exklusiv nur über den Gardez! Verlag erhältlich


Betriebliche Bündnisse für Arbeit entstehen, weil aufgrund spezifischer sozioökonomischer Veränderungen die Basisinstrumente der Tarifautonomie sowie die durch sie vermittelbaren Inhalte immer weniger aktuellen Regulationsanforderungen entsprechen. Bedingt durch die schrittweise Auflösung des fordistischen Modus materieller Produktion und Verteilung beginnt tarifpolitische Intermediarität als Schlüsseldimension für Kohärenz im Wechselverhältnis von Akkumulation und Regulation an Wirkkraft zu verlieren. Doch können in Anbetracht von Massenarbeitslosigkeit betriebliche Arbeitsbündnisse als Alternativinstrument den Funktionsverlust der Tarifautonomie aufhalten? Oder zeitigen sie womöglich ganz gegenteilige Effekte auf das System der Industriellen Beziehungen und ihre gesellschaftlichen Rahmenbedingungen?
Die vorliegende Arbeit versucht aus regulationstheoretischer Perspektive die Bedeutung und Krise der Tarifautonomie unter Berücksichtigung steuerungstheoretisch-institutionalistischer Aspekte zu erhellen. Zudem hilft der Einbezug von Datenmaterial einschlägiger empirischer Untersuchungen mögliche Steuerungs- und Struktureffekte betrieblicher Arbeitsbündnisse auf Mikro-, Meso- und Makroebene zu bewerten. Das Ergebnis ist ernüchternd: Zwar gelingt es dem betrieblichen Regelungsansatz durchaus tarifpolitischen Effektivitäts- und Legitimationsverlust einzudämmen. Jedoch tragen einzelne Bündnistypen nicht unerheblich zur weiteren Destabilisierung der Tarifautonomie, ihrer Instrumente sowie konstitutiven Rahmenbedingungen bei. Somit ist auch ihr gesamtgesellschaftlicher Regulationsauftrag gefährdet.

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