Die Filme des umstrittenen dänischen Regisseurs Lars von Trier (*1956)
erfreuen sich spätestens seit der Kultserie "Geister" (1994)
und dem Liebesdrama "Breaking the Waves" (1996) großer Popularität.
Das Buch möchte die bisherige einseitige Einordnung der Filme in einen
skeptischen Postmodernismus, der sich in Triers Faszination für Verfall
und Apokalypse äußert, um eine Lesart erweitern, nach der sich bei ihm
neben dem oft ironischen Besingen des Untergangs auch ein ernsthaftes,
hoffnungsgeladenes Streben nach Harmonie behauptet. Die vermeintliche
Eindeutigkeit der Filme entpuppt sich schnell als geschickt inszenierte
Oberfläche, unter der sich eine verunsichernde Ambivalenz verbirgt.
Das alle Ebenen umfassende Oszillieren zwischen gegensätzlichen Polen
lässt die Filme zu Vexierbildern werden, die sich der konventionellen
Bewertung immer wieder entziehen oder sie zumindest erschweren. Im Hauptteil
des Buches werden sämtliche Filme Triers eingehend analysiert. Die Studie
wird ergänzt durch eine ausführliche Bibliographie, die neben der deutsch-,
englisch- und französischsprachigen v.a. auch die umfangreiche Literatur
in dänischer Sprache anführt.
