Obwohl Deutschland und Frankreich Nachbarn sind, ist auf beiden Seiten
des Rheins nur wenig von den aktuellen Kinoproduktionen des Nachbarlandes
zu sehen. So blieb auch das junge französische Kino der 90er Jahre,
le jeune cinéma, in Deutschland lange unbemerkt: Anfang der 90er Jahre
beginnen in Frankreich junge Regisseure mit ihren Filmen in die Kinos
zu streben, die die Stimmung in Frankreich und besonders die Stimmung
ihrer Generation einfangen. Eric Rochant macht mit seinem Film "Un
monde sans pitié" 1989 den Anfang, von wenig später folgen Arnaud
Desplechin, Cyril Collard, Cédric Klapisch, Mathieu Kassovitz, Laetitia
Masson und weitere. Bevorzugter Schauplatz der Filme sind triste Vorstädte
und Provinzorte. Ihre Protagonisten sind meist arbeitslose, desillusionierte
junge Menschen auf der Suche nach ihrem Platz im Leben. Aber diese neue
Generation von Regisseuren zeichnet sich nicht nur durch ihre Alltagsnähe,
sondern auch durch ihre Individualität aus. Jeder findet seine eigene
Sprache, um das Frankreich Ende des Jahrtausends zu beleuchten. Nicht
zuletzt wird le jeune cinéma dabei durch eine neue Generation von Schauspielern
geprägt. Besonders die Frauenfiguren haben sich verändert, und mit ihnen
erobert ein neuer Typ von Schauspielerinnen die französischen Leinwände.
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