"Hüter der Verwandlungen" müsse der Dichter sein, forderte Elias Canetti
1976 in seiner Rede "Der Beruf des Dichters". Die "Verwandlung", griechisch
"Metamorphose", ist das Struktur- und Gestaltungsprinzip von Mythen
und Märchen, Grundform der Mythologie und Wesen des Poetischen. Die
beiden ebenso gegensätzlichen wie umstrittenen Autoren Peter Handke
und Botho Strauß integrieren das Prinzip der Verwandlung auf sehr verschiedene
Weise in ihre Poetik und beziehen sich damit auf die Geschichte des
Mythos und der Mythologie. Das vorliegende Buch enthält zum einen die
Darstellung und Interpretation der Verwandlungsmythen in Peter Handkes
Märchen "Die Abwesenheit" und Botho Strauß` "RomantischemReflexionsRoman"
"Der junge Mann" sowie dem Drama "Der Park". Zum anderen verfolgt
die Untersuchung die Geschichte des Mythos - seine "Metamorphose" -
von der religiösen Urerfahrung im mythischen Denken zum Mythos, zur
Mythologie und schließlich zum Baustein poetischer, d. h. ästhetischer
Texte.
Susanne
Marschall hat folgende weitere Bücher bei Gardez! veröffentlicht:
"Wir sind alle Menschenfresser"
(Hrsg., mit Bodo Witzke)
"Ladies, Vamps, Companions"
(Hrsg., mit Norbert Grob)
