Diese Abhandlung entstammen einem Zeitraum von mehreren Jahrzehnten,
sie bekunden eine immer intensivere Beschäftigung mit Goethe - und Schopenhauer,
die zuweilen nur als auseinanderstrebende Pole interpretiert wurden.
Doch der 'Kommentar' Schopenhauers zu Goethes Faust zeigt, wie zwei
große Geister verwandt sein können, ohne deswegen übereinzustimmen.
Das Marmorbild Goethes von Pierre-Jean David d'Angers gibt Anlass, den
achzigjährigen Dichter in seiner übernationalen Gesellschaft zu erleben.
Und die Umkehrung der Geschichte der Kunst, die Goethe in den "Wanderjahren"
vollzog, ist ein Zeichen überhistorischen Denkens, das die Elemente
in immer neuen Variationen einander zugesellt. Wenn auch eindeutiger,
ist sein Urteil über den "Apoll von Belvedere" gerade im Vergleich mit
anderen Interpreten des klassischen Werks von Wert, zumal Arthur Schopenhauer
(zwischen Winckelmann, Hegel und Nietzsche) angesichts des Apoll allein
steht. Die breiter angelegte Studie über "Goethe und die französische
Kunst" wurde erstmals 1957 in Straßburg vorgetragen, liegt jetzt jedoch
in neuer Bearbeitung vor. Sie bietet Goethes Einsichten über das Münster
zu Straßburg und Urteile über französische Künstler wie Nicolas Poussin,
Jacques-Louis David und Eugène Delacroix und vielen anderen - ein Panorama,
das in Poussins Gemälde "Et in Arcadia ego", vor allem in den Landschaften
Lorrains gipfelt, denn in ihnen erklärt sich mit Goethes Begeisterung
"die Natur für ewig".
Wolfgang von Löhneysen schrieb auch das Gardez!-Buch
"Erlebtes Alterum"
