Nicht immer zurecht in den Bereich des Kinderfilms
abgedrängt, ist der Märchenfilm vornehmlich von pädagogischer Seite
diskutiert und wiederholt mit dem Etikett der Phantasie einengenden
Wirkung versehen worden. Denn während das Märchen schlicht von einer
schönen Prinzessin oder einem fürchterlichen Ungeheuer, einem gläsernen
Pantoffel oder einem tiefen Wald spricht, kommt der Film nicht umhin,
diese in ihren physiognomischen und topographischen Einzelheiten zu
zeigen. Die vorliegende Studie hingegen würdigt Kostüm, Ausstattung,
Kamera, Licht, Trick und Farbe als Möglichkeiten der Konstruktion märchenhafter
Wunderwelten und sucht eine Auseinandersetzung mit den ästhetischen
Qualitäten der Filme - jenseits der Forderung nach einer kindgerechten
Darbietung.
Fabienne Liptay ist auch Mitherausgeberin des Bandes
"Heimat. Suchbild und Suchbewegung"
