Die Studie macht es sich zur Aufgabe, weitere Bestandteile von Leben
und Werk des deutsch-jüdischen Schriftstellers, Lyrikers, Kunstkritikers
und -historikers, Herausgebers und politisch engagierten Intellektuellen
Carl Einstein (1885-1940) zu erhellen.
Carl Einsteins Romanfragment "BEB II", ursprünglich als Fortsetzung
seines Erstromans "Bebuquin oder die Dilettanten des Wunders", aber
auch als Weiterführung seines literarisch-experimentellen Schreibprojekts
konzipiert, ist bisher unveröffentlicht und befindet sich im Carl-Einstein-Archiv
der Akademie der Künste in Berlin. Es spiegelt das Selbstverständnis
seines Autors über einen Zeitraum von nahezu zwanzig Jahren wider und
lässt sowohl Brüche als auch Kontinuitäten, thematische Verschiebungen
und autobiographische Anspielungen als auch reflektierte zeitgenössische
Diskurse erkennen. Da das Konvolut noch kein abgeschlossenes literarisches
Œuvre darstellt, sondern über Konzeptionsnotizen, Gliederungsentwürfe,
Stichwörter und wenige ausgearbeitete literarische Passagen nicht hinausgelangt
ist, unternimmt die vorliegende Studie den Versuch, die thematischen
Schwerpunkte vor dem Hintergrund des zeitgeschichtlichen Kontextes herauszuarbeiten.
Dabei wird aufgezeigt, dass insbesondere drei Motivkreise für Einsteins
"BEB II" eine zentrale Rolle spielen sollten: die autobiographische
Dimension, der kritische politisch-historische Epochenrückblick angesichts
der NS-Machtübernahme sowie die Frage nach dem Ursprung und Sinn künstlerischer
Aktivitäten.
Im ersten Teil der Studie werden weitere, teilweise unbekannte biographische
Fakten zu Einstein präsentiert, dessen Lebensstationen Neuwied, Karlsruhe,
Berlin, Paris und Barcelona umfassten. Der zweite Teil widmet sich der
bisherigen Rezeption sowie der thematischen (Re-)Konstruktion des "BEB
II"-Fragments. Im dritten Teil wird ein Vergleich zwischen Einsteins
Debütroman "Bebuquin oder die Dilettanten des Wunders" und "BEB II"
gezogen.
