Marianne Kröger
Das "Individuum als Fossil" –
Carl Einsteins Romanfragment "BEB II"
Das Verhältnis von Autobiographie, Kunst und Politik in einem Avantgardeprojekt zwischen Weimarer Republik und Exil

1. Auflage 2007. 428 Seiten. DIN A5. Broschur
39,90 Euro (unverbindliche Preisempfehlung)
ISBN 978-3-89796-186-9

Komparatistik im Gardez! Hrsg. v. Werner Nell, Carola Hilmes u. Winfried Eckel. Band 5


Die Studie macht es sich zur Aufgabe, weitere Bestandteile von Leben und Werk des deutsch-jüdischen Schriftstellers, Lyrikers, Kunstkritikers und -historikers, Herausgebers und politisch engagierten Intellektuellen Carl Einstein (1885-1940) zu erhellen.
Carl Einsteins Romanfragment "BEB II", ursprünglich als Fortsetzung seines Erstromans "Bebuquin oder die Dilettanten des Wunders", aber auch als Weiterführung seines literarisch-experimentellen Schreibprojekts konzipiert, ist bisher unveröffentlicht und befindet sich im Carl-Einstein-Archiv der Akademie der Künste in Berlin. Es spiegelt das Selbstverständnis seines Autors über einen Zeitraum von nahezu zwanzig Jahren wider und lässt sowohl Brüche als auch Kontinuitäten, thematische Verschiebungen und autobiographische Anspielungen als auch reflektierte zeitgenössische Diskurse erkennen. Da das Konvolut noch kein abgeschlossenes literarisches Œuvre darstellt, sondern über Konzeptionsnotizen, Gliederungsentwürfe, Stichwörter und wenige ausgearbeitete literarische Passagen nicht hinausgelangt ist, unternimmt die vorliegende Studie den Versuch, die thematischen Schwerpunkte vor dem Hintergrund des zeitgeschichtlichen Kontextes herauszuarbeiten. Dabei wird aufgezeigt, dass insbesondere drei Motivkreise für Einsteins "BEB II" eine zentrale Rolle spielen sollten: die autobiographische Dimension, der kritische politisch-historische Epochenrückblick angesichts der NS-Machtübernahme sowie die Frage nach dem Ursprung und Sinn künstlerischer Aktivitäten.
Im ersten Teil der Studie werden weitere, teilweise unbekannte biographische Fakten zu Einstein präsentiert, dessen Lebensstationen Neuwied, Karlsruhe, Berlin, Paris und Barcelona umfassten. Der zweite Teil widmet sich der bisherigen Rezeption sowie der thematischen (Re-)Konstruktion des "BEB II"-Fragments. Im dritten Teil wird ein Vergleich zwischen Einsteins Debütroman "Bebuquin oder die Dilettanten des Wunders" und "BEB II" gezogen.


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