Schauspielkunst im Film ist für die deutsche Filmwissenschaft ein vergleichsweise
neues Thema. Die Mimographie, die sorgfältige Beschreibung der schauspielerischen
Leistung, verlangt Kinogängern eine besondere Anstrengung ab, um den
oft so lebhaften Eindruck auf den Begriff zu bringen. Leider sind die
Erfahrungen mit dem Rollenspiel auf der Bühne nur selten auf den Film
zu übertragen - die Bedingungen der Darstellung und Wahrnehmung in den
beiden Kunstformen Theater und "Lichtspiel" können weit voneinander
abweichen. Im Film fällt es zum Beispiel schwer, zwischen der Figur
der dramatischen Handlung und ihrer Verkörperung durch Schauspieler
scharf zu unterscheiden. Kameraperspektive und Montage verändern den
"Anblick" der Schauspieler und greifen in die Präsentation eines "Charakters"
ein. Wie bei jeder künstlerischen Gestaltung, üben das Gestenrepertoire,
die Riten, die Imagologie und kulturellen Muster der Umwelt erheblichen
Einfluss auch auf das Schauspielen vor der Kamera aus. Das erste, in
diesem Band dokumentierte Symposium (1997) einer von Knut Hickethier
und Thomas Koebner begründeten Reihe von Tagungen über Schauspielkunst
im Film hat sich vor allem, nicht ausschließlich, dem Verhältnis zwischen
der Figurenkonzeption und dem Umfeld gesellschaftlicher Leitbilder und
geschichtlicher Prägungen gewidmet. Untersucht wird die künstlerische
Arbeit von Filmschauspielern und ihre Erscheinungsweise - vornehmlich
im sozialen und historischen Kontext.
"Besichtigt" werden:
Woody Allen, Helmut Berger, John Cleese, Montgomery Clift, Marlene Dietrich,
Rudolf Forster, Herwart Grosse, Klaus Kinski, Robert de Niro, Al
Pacino, Albert Préjean, Carl Raddatz, Charlotte Rampling, Armin Rohde,
Hannelore Schroth, Michel Serrault, Vittorio de Sica und andere.
Thomas Koebner hat folgende weitere
Bücher bei Gardez! veröffentlicht:
"Halbnah"
"Vor dem Bildschirm"
"Lehrjahre im Kino"
"Wie in einem Spiegel"
"Meine Lieblingsfigur auf
der Bühne" (Hrsg., mit Klaus Briegleb)
"Mitteilungen über den Maghreb"
(Hrsg., mit Anton Escher)
"Verwandlungen"
"Filmbilder
- Sinnbilder"
