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Birgit Joest 1. Aufl. 2008. 360 S. Zahlreiche
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Seit seinen frühesten Tagen unterhält das Kino zum zweckfreien
Körperspiel des Zirkus und zu dessen anverwandten Künsten eine Liebesbeziehung
der besonderen Art - zu Beginn ganz offen, später subtil verdeckt; bedeutete
doch die etwas anrüchige Nähe zum Milieu Fluch und Segen zugleich für
das Image des neuen Mediums. E. A. Dupont, Federico Fellini oder Max
Ophüls - namhafte wie heute vergessene Regisseure waren von der sinnlich
aufgeladenen Atmosphäre der antibürgerlichen Halbwelt von Artisten,
Feuerschluckern und Löwenbändigern Zeit ihres Schaffens fasziniert und
nährten damit die Fantasien ihres Publikums. Im Ausstellen von Sensationen
und Schauwerten, in der Inszenierung der menschlichen Physis, die die
Schwerkraft überwindet und scheinbar übermenschliche Fähigkeiten freisetzt,
feiert das Kino sich selbst und entfaltet so zugleich einen metafilmischen
Diskurs über die eigene mediale Genese. Bis heute lässt sich der maßgebliche
Einfluss der performativen Kunst auf das populäre Kino und seine Blicksysteme
wie ein roter Faden durch die Filmgeschichte verfolgen. |
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