Il-Woo Nam
Auswärtige Öffentlichkeitsarbeit Südkoreas als Instrument zur Imagepflege

1. Aufl. 2011. 256 S. DIN A5. Broschur
EURO 39,90
ISBN 978-3-89796-223-1
Publizistik im Gardez! Herausgegeben v. Michael Kunczik. Band 6


Staatliche Öffentlichkeitsarbeit ist noch immer ein in der Publizistikwissenschaft wenig beachtetes Phänomen. Auch zur staatlichen Public Relations (PR) Südkoreas gibt es noch keine systematische Untersuchung. Dies erscheint umso erstaunlicher, als Südkorea schon seit längerem systematisch staatliche PR betreibt.

In der vorliegenden Studie wird die auswärtige PR Südkoreas unter den autoritären Regimes von der Ersten Republik 1948 bis zum Ende der Sechsten Republik 1993 untersucht. In den ersten Kapiteln werden die Darstellung und das Image Südkoreas im Ausland behandelt, um auf dieser Grundlage die Auswirkung der staatlichen PR Südkoreas zu analysieren. Neben der eingehenden Betrachtung von Gründen und Zielen der auswärtigen PR wird im Anschluss daran analysiert, wer mit welchen Methoden die Imagepolitik durchführte und welche Zielgruppen erreicht werden sollten. Gefragt wird ferner danach, welchen Nutzen die südkoreanischen Regierungen aus der PR zogen. Besonderes Gewicht wird auf den Koreakrieg, "Koreagate" und die Olympischen Spiele in Seoul gelegt.

Es sind vor allem zwei Schlagworte, mit denen im Westen seit dem 19. Jahrhundert Korea charakterisiert wird: "Einsiedlernation" und "Land der Morgenstille". Nach der Unabhängigkeit Südkoreas rückte die autoritäre Politik ins Zentrum der Berichterstattung. Von den 50er- bis zu den 90er-Jahren war das Image Südkoreas überwiegend mit negativen Faktoren in den Bereichen Politik und Geschichte verbunden. Ein spezielles Südkorea-Image im Bereich Kultur wurde kaum ausgebildet.

Eine wichtige Aufgabe staatlicher PR lag aufgrund der Landesteilung darin, ein positives Image für Südkorea aufzubauen und das Image von Nordkorea zu diskreditieren. Bereits die Erste Republik gründete 1948 das Informationsamt und versuchte, Südkorea als einzigen legitimen Staat auf der koreanischen Halbinsel auszuweisen. Während des Koreakrieges zielte die Auslands-PR darauf, Nordkorea zum barbarischen Feind zu stigmatisieren, um die Solidarität der westlichen Welt zu sichern. In der Dritten Republik ging es darum, das Ausland von der Legitimität der neuen Regierung zu überzeugen. Die auswärtige PR der Vierten Republik versuchte aktiv, das diktatorische Yushin-System als spezifisch koreanische Form der Demokratie zu verteidigen. Dafür wurde eine manipulative PR wie Bestechungsaktionen, Lobbying und geheimdienstliche Maßnahmen bis vor Koreagate in den USA systematisch betrieben. Die Fünfte und Sechste Republik führte zu einem Rückgang der auswärtigen PR. Beide südkoreanischen Regierungen nutzten die Olympischen Spiele in Seoul als Instrument der Imagepflege – übrigens auch die Demokratiebewegung –, um vor der Weltöffentlichkeit ihre Ziele durchzusetzen.

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