"'Hermeneutik' meinte einst jene Hilfsdisziplinen der Theologie, Philologie und Jurisprudenz, die Regeln für die Auslegung von Texten bereitzustellen suchten. Zwar wird der Terminus erst im 17. Jahrhundert gebildet; aber das, was er bezeichnet - die
Kern des vorliegenden Bandes ist die unverändert gebliebene Fassung der "Einführung in die Hermeneutik", die 1976 im Verlag Dr. Kohlhammer erschienen ist. Dieser zentrale Text, der in Europa und Asien große Beachtung gefunden hat, wird in der jetzigen Fassung durch zusätzliche Kapitel historisch und systematisch ergänzt. Besonders die folgenreiche Hermeneutik Wilhelm Diltheys wurde ausführlicher und facettenreicher behandelt, als dies in der früheren Ausgabe durch begrenzende Vorgaben möglich war. Überdies werden nunmehr die Heideggerschen und Gadamerschen Hermeneutik-Konzeptionen auch unter Einzelaspekten dargestellt. Zudem - und nicht zuletzt - wird die in der hermeneutischen Grundlagendiskussion bislang kaum beachtete Position Max Schelers ausführlich berücksichtigt. In Schelers phänomenologischer Metaphysik finden sich äußerst bedeutsame Partien, in denen die philosophische Hermeneutik grundlagentheoretisch diskutiert wird. Weder die Philosophie noch die kulturwissenschaftlichen Einzeldisziplinen sollten auf das kritische Potential dieser radikalen Reflexionen weiterhin verzichten.
Erwin Hufnagel ist auch Autor des Gardez!-Bandes
"Der Logos des Konkreten"
Außerdem ist er Mitherausgeber der bei Gardez! erscheinenden Zeitschrift
"Studia hermeneutica"
Bitte beachten Sie auch den Titel:
"Ethos - Sinn - Wissenschaft. Historisch-systematische
Perspektiven einer philosophischen Pädagogik. Festschrift für Erwin
Hufnagel"
