Mit Charles de Gaulle, dem ersten Präsidenten der V. Republik, begann
in Frankreich ein neues Zeitalter: die "Telekratie", die Herrschaft
mit Hilfe des Fernsehens. Ob in Stunden der Gefahr oder als Propagandamittel
vor Wahlen - mit seinen Fernsehansprachen glückte es dem begabten Rhetoriker
immer wieder, die Nation in seinen Bann zu schlagen. Welche Macht die
Medien besitzen, hatte der General bereits während des Zweiten Weltkriegs
festgestellt. Ohne seine berühmt gewordenen Radioappelle in der BBC
wäre die Ausweitung der Résistance zu einer wahren Volksbewegung undenkbar
gewesen. De Gaulle gelang es wie kaum einem anderen Politiker, sich
den medialen Bedingungen seiner Zeit anzupassen und zugleich die Medien
zur Durchsetzung seiner politischen Ziele zu nutzen. Welcher Institutionen
er sich dabei bediente und welche Strategien und Kommunikationsmittel
er anwandte, wird in dieser Studie anhand historischer Quellen und Zeitzeugenaussagen
untersucht.
