Lange bevor Europa zu einem zentralen Thema von Politik und Öffentlichkeit
wurde, hat die Europäische Erziehungsministerkonferenz, beim Europarat
in Straßburg beheimatet, aktuelle bildungspolitische und pädagogische
Themen beraten und Empfehlungen für die nationale und internationale
Bildungspolitik verabschiedet. Der diskutierte Themenreichtum der seit
1959 bestehenden, regelmäßig tagenden Konferenz veranschaulicht
in beeindruckender Weise gemeinsame Standpunkte, aber auch divergente
Perspektiven in der Bildungspolitik und Pädagogik Europas. Erfahrungen
in der europäischen Zusammenarbeit im Bildungsbereich sind hier
nicht nur für die eigene Organisation, sondern für alle auf
diesem Gebiet aktiven intergouvernementalen Organisationen konzentriert.
Die hier vorliegende geschichtliche Analyse dieser Konferenz bezweckt,
die bildungspolitisch, pädagogisch und institutionell gewonnenen
Einsichten vor dem Vergessen zu bewahren und für Politik und Pädagogik
sowie Individuum und Gesellschaft zugänglich und nutzbar zu machen.
Der bildungstheoretische Teil des Buches stellt die regulative Idee
der Pädagogik in Anlehnung an Wilhelm von Humboldt als die Förderung
des Individuums und darüber hinaus der Gesellschaft dar. Der bildungspolitikgeschichtliche
Teil zeigt, wie in einer konkreten geschichtlichen Situation die Erziehungsministerkonferenz
in aller Vermitteltheit zur Förderung von Individuum und europäischer
Gesellschaft beizutragen suchte.
