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In den ersten Jahren nach 1945 erschien auf dem deutschsprachigen Buchmarkt
eine Reihe von fiktionalen Werken, in denen versucht wurde, eine Erklärung
der Misere der Zeit zu formulieren. Sie enthalten dabei immer eine Kritik
der ganzen modernen, angeblich auf materialistischen, anti-geistigen Prinzipien
beruhenden Zivilisation, deren Scheitern in der Herrschaft der Nationalsozialisten
offenkundig geworden, mit deren Ende aber dennoch nicht untergegangen
sei. Angesichts der vermeintlich unrettbaren Verderbtheit der Gegenwart
postulieren diese Autoren in ihren Erzählungen und Romanen die Existenz
einer zweiten, vollkommen von der empirischen Welt abgetrennten Wirklichkeit
neben dieser. Der, wenn auch nur augenblicksweise, Übergang des Einzelnen
in die 'andere Welt' oder wenigstens der Versuch dazu steht im Zentrum
aller besprochenen Texte, die also vor allem die Weltspaltung selbst und
die Möglichkeiten thematisieren, sie zu überwinden. Dieses schwierige
Beginnen wird allein zum Thema, nicht die Beschaffenheit der 'anderen
Welt'.
Analysiert werden Werke von Heinz Risse, Arno Schmidt, Hans Erich Nossack,
Hermann Kasack, Horst Lange, Ernst Kreuder, Emil Barth, Hermann Lenz und
Alexander Lernet-Holenia. Am Ende der Studie wird versucht, die Ergebnisse
in den Traditionszusammenhang der europäischen literarischen und theoretischen
'Moderne' zu stellen, die zum großen Teil ebenfalls von einem solchen
wirklichkeitsüberwindenden Dualismus bestimmt ist.
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