Die Faszination durch Schauspieler im Kino beruht nicht allein auf deren
Erscheinung und Spiel. Sie verdankt sich auch der filmischen Inszenierung,
der Arbeit der Kamera und vor allem der Montage. Das Zusammentreffen
des schauspielerischen Akts mit der kinematographischen Apparatur ist
Thema dieses Buches, das zum genauen Beobachten und Reflektieren von
Filmen einlädt. Brechung und Steigerung, Intensivierung und überraschende
Veränderung ermöglicht die Montage; die Rhythmisierung der Darstellung
lässt ungeahnte Wirkungen entstehen. Das zweite, in diesem Band dokumentierte
Symposium (1998) einer von Knut Hickethier und Thomas Koebner begründeten
Reihe von Tagungen über Schauspielkunst im Film hat sich mit der Veränderung
der Darstellung durch Schnitt und Montage beschäftigt und den Folgen
für den Ausdruck des Schauspielers und dessen Wahrnehmung durch den
Betrachter.
Themen des Bandes sind:
Der "deutsche Vamp" Brigitte Helm
Leni Riefenstahl und Hitler
Theorie der Großaufnahme
Dramaturgie der Großaufnahmen in "Casablanca"
Heinz Rühmann und Helmut Käutner
Jeremy Iron's Zwillingsrolle in Cronenbergs "Dead Ringers"
Liebesszenen
"Thelma und Louise": Reflexivität des Schauspielers im Pastiche
Die Ikone Clint Eastwood
Schauspielen und Montage in Woody Allens "Stardust Memories"
Faßbinders "Katzelmacher" und Brechts 'sozialer Gestus'
Schauspielen in Langzeit-Serien
Fiktion und Dokumentation in Heinrich Breloers "Staatskanzlei"
Knut Hickethier ist auch Herausgeber des Bandes
"Komiker, Komödianten, Komödienspieler
Schauspielkunst im Film: Viertes Symposium (2000)"
