Der Schutz vor Persönlichkeitsrechtsverletzungen durch die Medien gewinnt
in jüngerer Zeit zunehmend an Bedeutung, ebenso wie den Massenmedien
selbst im täglichen Leben eine immer größere Dominanz im Hinblick auf
den Meinungsbildungsprozess zukommt. Dabei korrespondieren die Machtstellung
der Medienunternehmen einerseits und die Verantwortung für den Schutz
des Individuums andererseits. Im Kern geht es um die Frage, wo die verfassungsrechtlich
garantierte Presse- und Rundfunkfreiheit ihre Grenzen zum Schutze eben
dieses Individuums findet. Dabei kommt insbesondere den Rechtsschutzmöglichkeiten
gegen persönlichkeitsrechtsverletzende Berichterstattung eine zentrale
Bedeutung zu. Da es sich bei dem betreffenden Rechtskreis um eine klassische
Domäne des Richterrechts handelt, besteht das praktische Bedürfnis einer
aktuellen und umfassenden Untersuchung. Die Autorin untersucht die materiellrechtlichen
Grundlagen der strukturverwandten Ansprüche auf Widerruf und Unterlassung
einer medienrechtlichen Äußerung, wobei das Hauptaugenmerk auf einer
praxisorientierten Darstellung der zivilprozessualen Probleme in diesem
Bereich liegt. Hierzu gehört unter anderem die Frage nach der Notwendigkeit
einer Abmahnung vor Klageerhebung, die Möglichkeit des einstweiligen
Rechtsschutzes, Fragen der Darlegungs- und Beweislast, der örtlichen
Zuständigkeit und der Zwangsvollstreckung medienrechtlicher Widerruf-
und Unterlassungsansprüche.
