In der Geschichte des Maelströms von Edgar Allan Poe entkommt ein
Fischer nur deshalb dem gewaltigen Meeresstrudel, da er durch Selbstkontrolle
seine Furcht bannen und somit eine Distanz zum Geschehen aufbauen kann,
durch die er gelassen zu beobachten und rational zu handeln in der Lage
ist. Der hier vorgestellte Fortschritt als Motiv der Moderne hat sich
im historischen Prozess jedoch zu ihrem eigenen Mythos transformiert:
Die Aufklärung gründete sich schließlich auf den Glauben,
die Gewalt der Natur gänzlich durch die Vernunft kontrollieren
und damit beherrschbar machen zu können. Die Vorstellung forderte
eine Reduktion des Denkens auf ein Maximum der Rationalität ein:
Damit verbunden meinte man, dass sich die Rationalität des Maßstabes
eines Gegenübers - des Zwecklosen, der Gewalt, des Spiels, der
Erotik, der Verführung - entledigen könne und müsse.
Mit dieser Forderung und den aus ihr folgenden Konsequenzen beschäftigt
sich die vorliegende Studie. Es wird gezeigt, dass ein solches Programm
in einer in den Maelström der Irrationalität versinkenden
Rationalität endet. Das aber entspräche einer Assimilation
rationaler Momente an die Irrationalität. Die Theoretiker Max Weber,
Georges Bataille und Jean Baudrillard werden vor diesem Hintergrund
auf ihr Rationalitätsverständnis hin untersucht, um klären
zu können, ob und inwiefern bei ihnen das Andere der Vernunft gedacht
wird.
