Die vorliegende Darstellung der Einwendungen des Drittschuldners füllt
eine Lücke in der neueren vollstreckungsrechtlichen Literatur. Sie verschafft
eine Übersicht über die fast unüberschaubare Rechtsprechung zu den Einwendungsmöglichkeiten
des Drittschuldners, dessen Interessen durch die Vollstreckung in Geldforderungen
notwendig berührt werden. Der Drittschuldner ist durch die Vollstreckung
in Geldforderungen einer Reihe von Belastungen ausgesetzt, die im schlimmsten
Fall zu seiner doppelten Inanspruchnahme führen können, obwohl er unfreiwillig
in den Pfändungsvorgang hineingezogen wird. Die vorliegende Arbeit ordnet
die Einwendungsmöglichkeiten des Drittschuldners gegen die Inanspruchnahme
durch den Vollstreckungsgläubiger in die "klassische" Gliederung nach
Rechtsverhältnissen ein. Sie stellt die in Rechtsprechung und Literatur
bisher ungelösten, nicht systematisierten Einzelfälle in einen Gesamtzusammenhang
und bietet anhand der Interessenbewertung des Gesetzes eine Lösung an.
Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf den in jüngerer Zeit in Rechtsprechung
und Literatur kontrovers diskutierten Einwendungen. Hier seien exemplarisch
die Anwendbarkeit des § 836 II ZPO auf nichtige Überweisungsbeschlüsse
und die Auswirkungen einer Schonungsabrede auf nachfolgende Gläubiger
hervorgehoben.
