Die Rede vom Informationszeitalter ist längst zu einer Selbstverständlichkeit
geworden. Dabei gibt es noch immer keine überzeugende Definition des
Begriffes, der der gegenwärtigen Epoche ihren Namen verlieh. Obwohl
Geisteswissenschaftler seit Jahrzehnten kritisieren, dass sich die Nachrichtentechnik
ungeniert des antiken Begriffs informatio bemächtigte, hat die moderne
Biologie fast widerspruchslos die Informations-Metapher für die Gentechnik
übernommen.
Die vorliegende Studie zeigt auf, dass der heutige Gebrauch des Informationsbegriffs
zu einer leeren Floskel verkommen ist. Die Arbeit gibt stattdessen an,
welche Begrifflichkeiten besser geeignet sind, die mit dem Gebrauch
des Wortes intendierten Aussagen und Vorstellungen zu beschreiben. Gleichzeitig
erläutert sie unter Rückbezug auf den antiken Begriff der informatio
allgemeinverständlich die Prozesse lebender Strukturen, von der Proteinsynthese
über die menschliche Sprachbildung bis hin zur Industriegesellschaft.
Die interdisziplinäre Studie möchte dazu beitragen, auf diese Weise
den oft schwierigen Dialog zwischen Natur- und Geisteswissenschaften
zu erleichtern.