Grundlage für "Die Suche nach der Identität" bildet die Überlegung,
dass die Erinnerung untrennbar zum Menschen dazugehört. Ohne die Erinnerung
kann der Mensch nicht seiner selbst gewahr werden. Durch das Erinnern
und das Reflektieren über sich selbst wird der Mensch sich seiner Identitätskonstitution
bewusst und bildet diese weiter in die Zukunft hinein. Er erzählt seine
Erinnerungen in Geschichten, um seiner selbst bewusst zu werden.
Die Filme, die behandelt werden - "American Beauty", "Titanic",
"Nuts", "Memento", "Der Mann ohne Vergangenheit"
u.a. - greifen diese Thematik auf und arbeiten sich an ihr ab. Dabei
haben die Filme in ihrer Fiktionalität den entscheidenden Vorteil, sich
nicht an den Wirklichkeitsrahmen halten zu müssen. Sie können somit
weitergehen und das Wesentliche der Erinnerungsthematik aufgreifen und
veranschaulichen.
So liefern sie dem Zuschauer einen beobachtenden Blick von außen auf
einen inneren Prozess, den des Erinnerns. Der Zuschauer erhält damit
die Möglichkeit, außerhalb seines eigenen engen Raumes, der von der
Wirklichkeit eingeengt wird, das Erinnern und die Erinnerung in einer
Konzentration zu erfahren, die ihm sonst verwehrt ist.
