Nicola Glaubitz
Der Mensch und seine Doppel
Perspektiven einer anthropologischen Denkfigur in Philosophie und Roman der schottischen Aufklärung

1. Aufl. 2003. 216 S. DIN A5. Broschur
EURO 24,95 (unverbindliche Preisempfehlung)
ISBN 978-3-89796-097-8
Anglistik/Amerikanistik im Kontext. Hrsg. v. K. Ludwig Pfeiffer. Band 1


Das Grundproblem der Individualität stellt sich in der Philosophie David Humes und Adam Smiths nicht als Frage nach Subjektautonomie und persönlicher Identität. Im Vordergrund steht vielmehr die Frage, welche sozialen und kulturellen Formen eine situationsgebundene Aktualisierung anthropologischer Dispositionen und die ästhetische Stilisierung von Selbstbewusstheit ermöglichen. Im Zeitalter der beginnenden massenkommunikativ ausgerichteten Lese- und Printkultur rückt aber bereits die Nichtselbstverständlichkeit von Kontexten und wenig später auch von Medien in den Blick, die eine reflexive Bewusstheit zu aktualisieren erlauben. In der nachaufklärerischen Romanliteratur bei Smollett, Galt und Hogg, aber vor allem in Scotts fiktionalen und kommentierenden Schriften verlaufen die Konfrontationslinien weniger zwischen literarischen und philosophischen Diskursen mit ihren vergleichbaren Komplexitäts-Niveaus als zwischen dem Schreiben und andersmedialen Wahrnehmungsmodellen: zwischen theatralischen und nur mehr imaginären Inszenierungs-Spielräumen von Personalität.
Die hier vorgelegte Rekonstruktion einer kontinuierenden Problemorientierung von Aufklärungsphilosophie und nach-aufklärerischer Literatur in Schottland nimmt die diskurshistorische Verflechtung von Anthropologie und Ästhetik darüber hinaus zum Anlass, die Frage nach der möglichen Aktualität systematisch verwandter Ansätze in Literatur- und Medienanthropologie aufzuwerfen.

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