Die Faszination, die auch heute noch vom Geschichtswerk des Tacitus
ausgeht, beruht nicht zuletzt auf den zahlreichen Charakterporträts,
die dem Leser darin begegnen und ihn in ihrer bisweilen an Shakespeare
erinnernden Intensität in ihren Bann ziehen. Ihrer zentralen Bedeutung
entsprechend bilden Personendarstellungen daher auch in der Tacitus-Forschung
einen Kernbereich, der auf eine reiche Tradition zurückblicken kann.
Nach wie vor wird die Diskussion um die Beurteilung einzelner Taciteischer
Charakterzeichnungen jedoch recht kontrovers geführt. Die vorliegende
Studie möchte anhand eines exemplarischen Vergleichs des Feldherrn Cn.
Domitius Corbulo und des Kaisers Ser. Sulpicius Galba einen Beitrag
dazu leisten, diese Diskussion auf eine neue Grundlage zu stellen, und
einen Weg aufzeigen, der es ermöglicht, einen Grundkonsens über die
Beurteilung Taciteischer Personendarstellungen zu erzielen.
Die Arbeit ist im Wintersemester 2005/2006 von der Philosophischen Fakultät der Universität Bonn als Dissertation angenommen worden (Betreuer: Prof. Dr. Heinz Gerd Ingenkamp).
