Christian Gehrels
Sechs Jahre Langzeitbeobachtung bei Koronarkranken und angiographisch dokumentierten Kontrollen – Kardiovaskuläre Ereignisse und prognostische Bedeutung von Polymorphismen kardiovaskulärer Gene

1. Aufl. 2006. 108 S. DIN A5. Broschur
EURO 29,95 (unverbindliche Preisempfehlung)
ISBN 978-3-89796-170-8
Neue medizinische Bibliothek.
Hrsg. v. Hans A. Dieterich u. Bernhard R. Winkelmann. Band 14

Exklusiv über den Gardez! Verlag erhältlich.



Neben den klassischen kardiovaskulären Risikofaktoren der koronaren Herzkrankheit (KHK) wie Rauchen, Dyslipidämie, Diabetes, Hypertonie moduliert die genetische Prädisposition deren Manifestation und Krankheitsverlauf. Der Einfluss genetischer Polymorphismen, in der Regel Punktmutationen eines Gens, auf Entstehung und Verlauf einer komplexen genetischen Erkrankung wie die KHK wird kontrovers diskutiert.
Bei 329 Patienten der Frankfurter Risikofaktor-Studie, 216 mit manifester koronarer Herzkrankheit (KHK), 91 Kontrollpatienten mit angiographischem Ausschluss einer manifesten KHK (definiert als <50% maximale Stenose) und 22 Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit (AVK) ohne Koronarangiographie wurde der Einfluss von Polymorphismen der sechs Gene Angiotensin Konversionsenzym (ACE-ID), Angiotensinogen (Ang M235T), Endothelial Constitutive Nitric Oxide Synthase Gen (ecNos 4a/4b), G-Protein (G-Protein C825T), Cholesteryl Esterase Transfer Protein (CETP TaqIB) und Glykoproteinrezeptor IIb/IIIa (HPA-1) auf klinische Endpunkte, insbesondere Myokardinfarkt und Mortalität im 6-Jahresverlauf (maximal 9,4 Jahre) untersucht. In der KHK/AVK Gruppe gegenüber der Kontrollgruppe traten 35 (15%) neue Myokardinfarkte innerhalb 6,3 Jahre medianer Nachbeobachtung vs. 7 (8%) auf und 48 (20%) Patienten vs. 15 (16%) verstarben. Die untersuchten genetischen Polymorphismen zeigten keine Assoziation mit diesen Endpunkten. Bei 54 statistischen Vergleichen fand sich nur für den M235T Polymorphismus im Angiotensinogen-Gen ein grenzwertiger signifikanter Befund. Auch dieser Befund ist aufgrund der Problematik des multiplen Testens statistisch zufallsbedingt zu erwarten. Kürzlich zeigte eine Metaanalyse der Ang235T Mutante keine Assoziation mit Arteriosklerose und klinischen Ergebnissen. Diese genetischen Polymorphismen sind somit ohne wesentliche prognostische Bedeutung für den klinischen Verlauf.