Der wenig bekannte, 220 Seiten umfassende Kommentar des St. Galler Humanisten Joachim von Watt, genannt Vadian, zählt zu den bedeutenden Arbeiten aus dem ersten Viertel des 16. Jahrhunderts. Vadian kommentiert hier die im 1. Jahrhundert n. Chr. von Pomponius Mela verfasste Beschreibung der damals bekannten und bewohnten Welt. Im Kommentar verbindet der Autor kritische Sacherläuterungen mit ausführlichen Berichten über persönliche Erlebnisse, angereichert mit Reflexionen zu zeitgenössischen gesellschaftlichen und religiösen Themen. Gerade diese zeigen Vadian als einen unablässig suchenden und fragenden Menschen, der überdies die große Gabe besitzt, seine Gedanken ganz spontan zu formulieren.
Die Textauswahl (Lateinisch/Deutsch) dokumentiert das Bemühen Vadians um die Erforschung von Naturgesetzen, die Förderung der Menschlichkeit und die Belebung vergessener religiöser Wahrheit. Abbildungen belegen exemplarisch Vadians Arbeit mit den Quellenschriften; Interpretationen versuchen das dichte Geflecht seines Denkens zu entwirren und die Grundanliegen Vadians offen zu legen.
