Kirstine Fratz
Dandy und Vampir, die Sehnsucht nach Ungewöhnlichkeit

1. Auflage 2001. 108 S. DIN A 5. Broschur
EURO 24,95 (unverbindliche Preisempfehlung).
ISBN 978-3-89796-071-8
Gardez! Hochschulschriften. Abteilung Kulturwissenschaften. Band 6

Exklusiv über den Gardez! Verlag erhältlich.


Ein Leben in Schönheit und Genuss, die eigenen Leidenschaften und Sehnsüchte in den Mittelpunkt des Daseins stellen, losgelöst von den Erwartungen der Gesellschaft seine Zeit auf Erden auskosten, sich nichts entgehen lassen, vollkommene Selbstentfaltung als einziges Lebensziel - ein Traum vom Hedonismus, der in literarischen Utopien vom weltgewandten Genießer, dem Dandy, wiederzufinden ist. Leider stößt der Dandy auch in der Utopie vom totalen Lebensgenuss an die Grenzen seiner Möglichkeiten. Nach scheinbar endlosen Verführungen und Versuchungen findet sich der Protagonist der Dekadenzliteratur in der Ausschweifung verwüstet wieder, unfähig, seinen Durst auf unbekannte Reize zu stillen oder neue Lebensinhalte zu finden. Tod und Zerstörung werden seine neuen Begleiter auf der Suche nach unentdeckten Genüssen, die am Ende oft seinen eigenen Tod nach sich ziehen. Diese Studie sucht nach einem positiven Ausgang für jenes Lebenskonzept, das so herrlich begonnen hat, und droht in der Hoffnungslosigkeit zugrunde zu gehen. Als Vampir hätte der Dandy völlig neue Einsichten in die Welt und die Existenz, seine Sinne wären nicht mehr auf den Tag konditioniert, sondern auf die Nacht, ungeahnte Reize würden sich ihm erschließen, von keinem Menschen vorher genossen, gesetzlos und frei könnte er sein genießerisches Unwesen treiben. Der Vampir führt nicht nur das unangepasste Dasein des Dandys fort, sondern ermöglicht auch eine Steigerung des angestrebten intensiven Lebensgenusses in Form von Blut. Der Vampir als Retter des uneingeschränkten Hedonismus führt am Ende zu der Frage, was die Ewigkeit der Verdammnis dem bedeutet, der die Unendlichkeit an Genuss gefunden hat.
"Diese Verbindung von Dandy und Vampir ist höchst überraschend, aber überzeugend; nach meiner Kenntnis ist sie so bisher nicht hergestellt worden." (Prof. Dr. Jörg Richard, Universität Bremen)

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