In Italien ist Gabriele Salvatores seit Jahren ein
gefeierter Autor und Regisseur. Obwohl er schon seit 1982 Kinofilme
dreht, schenkt ihm die deutsche Presse erst bei seinem Oscargewinn 1992
mit "Mediterraneo" ihre Aufmerksamkeit. Seinen ersten Filmen,
die im weiteren Sinne der Commedia all'italiana zuzurechnen sind, folgen
technisch aufwändige Produktionen wie der Science Fiction "Nirvana"
(1997) und "Denti" (2000), einer surrealen Alptraumfahrt ins
Unterbewusstsein eines durch seine Zähne stigmatisierten Außenseiters.
2002 taucht Salvatores mit "Io non ho paura" ("Ich habe
keine Angst") bei der Berlinale auf und bezaubert das Publikum
mit seiner Geschichten um den 10-jährigen Michele, der mit dem gleichaltrigen
Filippo eine bedingungslose Freundschaft eingeht.
Gabriele Salvatores begreift das Kino wie das Leben als "kollektive
Reise". Seine Figuren schickt er in fremde Welten oder in ihr eigenes
Universum von vergessenen Erinnerungen. Der Zuschauer begleitet die
Charaktere auf ihrer Suche nach Individualismus und Identität, neuen
Idealen und Zielen in einer komplexer gewordenen Welt. Mit jedem weiteren
Projekt begibt sich auch Salvatores in ein neues Abenteuer. Wiederkehrende
Themen und Motive finden sich in unterschiedlichen Genres, die seine
Arbeit so ungewöhnlich und abwechslungsreich machen. Die Experimente
mit neuen Erzählformen, unkonventionellen Geschichten und innovativer
Filmtechnik machen ihn in seinem Heimatland einzigartig.
"Reisende soll man nicht aufhalten" beschäftigt sich mit dem
bisher in Deutschland zu wenig beachteten Künstler Salvatores und schildert
die Entwicklung des Theaterregisseurs zu einem ernstzunehmenden Kinoautor.
Unter filmwissenschaftlichen Gesichtspunkten werden seine Filme vorgestellt
und analysiert.
