Die Profession des Dramaturgen gilt als Durchgangsberuf, doch kommt
man wirklich von ihr los? Der Verfasser dieser Texte hat den Eindruck,
er sei in jedem Beruf, den er ausgeübt hat, Dramaturg gewesen. Da flimmerte
immer etwas vor den Augen und verbreitete, ob von nah oder fern, zitternden
Glanz und sanfte Unruhe: das Theater. Das hört sich nun allerdings recht
unprofessionell an, umschreibt aber doch mehr als ein Hobby. Etwas Obsessives
gehörte dazu, leichtes Fieber, Pulsanstieg, Rhythmusstörung. Dramaturgie
als Herzenssache. Das Professionelle daran ist, dass sie die Berufsspezialiät
verleugnet. Was macht ein Dramaturg? Immer geht es um verständliche
Vermittlung, Zustimmung zur Kunst des Theaters und Argumentation gegen
Vorurteile, durch die sich Rezipienten selbst behindern.
Bitte beachten Sie auch den Band
"Meine Lieblingsfigur auf
der Bühne. Freundesgabe für Günther Erken"
(Hrsg. v. Klaus Briegleb und Thomas Koebner)
