Die Studie geht dem sprachpatriotischen Denken und Schreiben eines der
historisch bedeutendsten deutschen Schriftsteller, Friedrich Gottlieb
Klopstock, sowie dessen Verhältnis zu den antiken "Klassikern"
nach. Der Autor setzt sich dafür mit einem Übersetzungsunternehmen auseinander,
das Klopstock in seiner späten Poetik (Grammatische Gespräche, 1794)
in Szene gesetzt hat: Er übersetzte dort "klassisch" antike Literatur,
um seine deutschen Fassungen als poetisch besser zu erweisen, und zwar
sowohl gegenüber Übersetzungen in andere moderne Nationalsprachen als
auch gegenüber den Originalen selbst. Es handelt sich also um ein Unternehmen,
das auf besondere Weise internationale sprachpatriotische Aspekte und
eine wettstreitende Rezeption der Antike in sich vereinigt. Wie genau
dies funktionieren konnte, wird hier zu eruieren versucht, indem zum
einen den Übersetzungen selbst philologisch genau nachgegangen wird,
und zum anderen der kulturelle Horizont dieses Unternehmens rekonstruiert
wird. Bei aller Eigenheit des Unternehmens kann dabei neben den zeitgenössischen
Kulturquerelles schließlich vor allem das Leibnizsche Universalsprachenkonzept
zur Erklärung dieses Vorhabens, die beste aller möglichen Sprachen der
Poesie zu erweisen, herangezogen und so nicht zuletzt eine grundsätzliche
literarische Signatur für Klopstock und seine Zeit besser erfaßt werden.
Stefan Elit ist auch Mitherausgeber des Gardez-Bandes
"Antike - Lyrik - Heute. Griechisch-römisches Altertum in Gedichten von der Moderne bis zur Gegenwart"
