Auf halbem Weg zwischen der Welt der Träume und derjenigen der
Erzählung gibt es die "Träumungen" - der Begriff
ist Arno Schmidt entlehnt, der ihn im Blick auf Edgar Allan Poe geprägt
hat, möglicherweise um das Schillernde und Vielfältige des
Phänomens zu fassen. Zwischen Träumen, die künstlerische
Gestalt annehmen oder nach der Erinnerung rekonstruiert werden in einzelnen
Traumepisoden, und werkprägendem Traumstil breitet sich das Spektrum
der Traumnarrativik aus. Die Bildhaftigkeit der Träume legt den
Versuch nahe, Traumszenen in der Literatur und im Film aufzusuchen,
nach Gemeinsamkeiten und medienspezifischen Ausformungen zu fragen.
Theoretische Aspekte und Beispiele aus Film und Literatur werden in
diesem Band, der die Referate eines interdisziplinären Berliner
Symposiums zusammenfasst, näher untersucht. Zur Sprache kommen
Gedanken, Thesen und Werke u.a. von Balázs, Bergman, Borges,
Breton, Corman, Chaplin, Fellini, Foucault, Freud, Goethe, Thomas Mann,
Novalis, Schnitzler und Tarkowskij.
