Vergrößern

BENEDIKT DESCOURVIÈRES
Utopie des Lesens
Eine Theorie kritischen Lesens auf der Grundlage der Ideologietheorie Louis Althussers - dargestellt an Texten Georg Büchners, Theodor Fontanes, Ödön von Horváths und Heiner Müllers

1.Aufl. 1999. 260 S. DIN A5. Broschur
EURO 29,95 (unverbindliche Preisempfehlung)
ISBN 978-3-89796-012-1
GiG. Germanistik im Gardez! Herausgegeben von Dieter Kafitz
und Walter Schmitz. Band 6

Exklusiv nur über den Gardez! Verlag erhältlich


"Verstehst du auch, was du liest?" fragt Philippus in der Apostelgeschichte einen Beamten der Königin von Äthiopien, als er sieht, wie dieser Texte des Propheten Jesaja liest. In dieser Schlüsselszene formuliert Philippus die zentrale Fragestellung für ein im dichterischen Werk verankertes produktives Lesen, das zu veränderndem Erkennen und Handeln anzuregen vermag. Die vorliegende Studie verknüpft das ideologie- und strukturtheoretische Denken Louis Althussers in Verbindung mit seinen Kunstbetrachtungen zu einer schlüssigen Theorie kritischen Lesens. Die von Althusser entwickelten Vorstellungen einer "symptomatischen Lektüre" gehen davon aus, dass sich in den textuellen Strukturen "Indizien von Abwesenheit" wahrnehmen lassen, so dass der Rezipient über die spontane Lektüre eines Wiedererkennens seiner Wirklichkeit hinaus zum Bewusstsein der ideologischen Bedingtheit von Wahrnehmung und Handeln gelangt. Als "Lese-Utopie" wird im Anschluss an das Denken Althussers die kritische Lesart entwickelt, die sich über die Wahrnehmung der textstrukturellen Verankerung von Widersprüchen, Lücken und Brüchen, die Einfallstore für eine kritisch-utopische Reflexion produzieren können, beschreiben lässt. Das im Anschluss an die strukturale Semantik von Algirdas Julien Greimas entwickelte Textanalyseverfahren führt die Theorie kritischen Lesens in eine literaturwissenschaftliche Analysepraxis über, die sich in der Untersuchung verschiedener Texte bewährt. Neben der literaturtheoretischen Entdeckung Althusserscher Denkfiguren im Kontext der jüngsten Althusser-Forschung und der Formulierung einer fruchtbaren Lesetheorie leistet der vorliegende Band eigenständige Forschungsbeiträge zu strittigen Einzelfragen der behandelten literarischen Texte.

Zum Autor

Pressestimmen

Benedikt Descourvières ist auch Autor der Gardez!-Bände
"premiere. ambition und entertainment im musical"
"Kriegs-Schnitte"

Außerdem ist er Mitherausgeber des Bandes
"Unverdaute Fragezeichen"