Dagmar von Briel
Wolfgang Koeppen als Essayist
Selbstverständnis und essayistische Praxis

1. Aufl. 1996. 108 S. DIN A5. Broschur
EURO 19,95 (unverbindliche Preisempfehlung)
ISBN 978-3-928624-29-9
GiG. Germanistik im Gardez! Herausgegeben von Dieter Kafitz. Band 4

Exklusiv nur über den Gardez! Verlag erhältlich


Die nicht fiktionale Prosa Wolfgang Koeppens macht einen wesentlichen Teil seines Werkes aus, wird von der Forschung jedoch wenig zur Kenntnis genommen. Die vorliegende Studie versteht sich als Prolegomena für künftige Untersuchungen zu Koeppens essayistischem Werk. Unter Betrachtung der divergierenden Forschungsergebnisse zum Gattungsbegriff "Essay" als ein Genre zwischen sprachlicher Zweckform und Literatur ist es Ziel, ein offenes Essayverständnis aus den Texten Koeppens zu entwickeln. Wie Koeppen sich der ästhetischen Mittel bedient, die die Essayistik bereithält, und wie er ihr eine neue Schreibweise der Moderne, in deren Tradition er sich sieht, abgewinnt, ist ebenso Thema wie sein dichterisches Selbstverständnis. Obwohl Koeppen sich als Vertreter eines radikalen Ideologieverdachts sieht, bleibt er einem ideologischen Ich-Ideal verhaftet, kann er vom Idealismus des warnenden Aufklärers nicht lassen. Ausgehend von der These, dass Koeppen zwar auf Rettung des Subjekts zielt, seine Prosa jedoch eine Struktur der Dezentralisierung des Ichs aufweist, wird an Hand einer Sprachanalyse gezeigt, wie auch auf der sprachlich-stilistischen Ebene das aufklärerische Konzept seiner Subjektkonstitution konterkariert wird. Hierfür werden Ergebnisse der strukturalistischen und poststrukturalistischen Literaturwissenschaft herangezogen und auf ihre Kompatibilität mit Koeppens essayistischer Schreibweise hin überprüft.

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