Während des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Aachen zu einer bedeutenden
Zeitungsstadt im deutschsprachigen Raum. In der alten Kaiserstadt gab
der Verleger Peter Kaatzer mit dem "Echo der Gegenwart" die
erste katholische Zeitung heraus, die überregionale Bedeutung erzielte.
Gleiches galt für die von Josef La Ruelle im Oktober 1882 zum ersten
Mal veröffentlichte "Billigste Zeitung für Arm und Reich".
Das mit einer Auflage von 50.000 Exemplaren verbreitete Blatt trug wesentlich
zum Entstehen der Generalanzeiger-Presse in Deutschland bei. Es verwundert
deshalb nicht, dass gerade in Aachen gegen Ende des letzten Jahrhunderts
ein Zeitungsmuseum gegründet wurde - das erste seiner Art weltweit.
Seine Entstehung ist dem aus Westfalen stammenden Oskar Forckenbeck
zu verdanken, der mit seiner zeitungskundlichen Tätigkeit beharrlich
auf dieses Ziel hinarbeitete. Für ihn besaß die Zeitung einen hohen
kulturhistorischen Wert. Aufgrund ihrer Bedeutung als Quelle für spätere
Generationen sollte sie unbedingt aufbewahrt werden. Aus dieser Erkenntnis
heraus entwickelte er ein aus drei Abteilungen bestehendes Konzept für
seine 80.000 Blätter umfassende, exemplarische Zeitungssammlung. Mit
seiner methodischen Vorgehensweise gelang es Oskar von Forckenbeck,
die Entwicklung des deutschsprachigen Pressewesens im 19. Jahrhundert
zu belegen. Erst nach seinem Tod, als das Zeitungsmuseum
der Stadt Aachen in der Pontstraße 13 im Mai 1931 eröffnet wurde,
wurde seine Sammlung für jedermann zugänglich. Auf der Grundlage der
von Forckenbeck'schen Sammlung und Methodik baute der Zeitungswissenschaftler
Wilhelm Hermanns ein von der Fachwelt geschätztes Museum auf. Dessen
wechselvolle Geschichte behandelt der Aachener Historiker Christian
Bremen in einer reichbebilderten Darstellung.
Christian Bremen ist auch Mitherausgeber folgender Gardez!-Bände:
"Pie Debije - Peter Debye"
Aachener Nobelpreisträger?
"Die Europäische Union als
Rechts- und Verfassungsraum"
"Europa studieren. Festschrift
für Kurt Hammerich"
