Folgt man der neueren familienentwicklungspsychologischen Literatur,
so geht der Übergang zur Elternschaft und die Geburt des ersten Kindes
für junge Paare in der Regel sowohl mit Bereicherungen als auch mit
Belastungen einher. Veränderungen betreffen allerdings nicht nur die
partnerschaftliche Zufriedenheit, auch die individuellen Einstellungen
der Partner, z. B. diejenigen zu Kindern sowie die jeweils vorherrschenden
Rollenauffassungen von Mann und Frau ändern sich durch die Existenz
eines Kindes. Außerdem spielt auch der kulturelle Kontext, in dem die
Familienentwicklung stattfindet, für Einstellungs- und Partnerschaftsvariablen
eine wichtige Rolle. Um transkulturelle Ähnlichkeiten und kulturspezifische
Besonderheiten in der Veränderung von Einstellungs- und Partnerschaftsvariablen
(Wert von Kindern, Belastung durch Kinder, Rollenauffassungen partnerschaftliche
Zufriedenheit) im Verlauf der Familienentwicklung zu erfassen, wurden
sozioökonomische Daten und Familiencharakteristiken werdender Erst-
und Zweitmütter aus der alten Bundesrepublik Deutschland, dem US-Bundesstaat
Georgia und der Republik Korea in der vorliegenden Studie unter einer
gemeinsamen interkulturellen Fragestellung verglichen und interferenzstatistisch
ausgewertet. Nach einer zusammenfassenden Darstellung der Hauptbefunde
dieser Drei-Länderstudie in den vier Einstellungs- und Partnerschaftsvariablen
wird abschließend die Bedeutung der Berufstätigkeit der Frau für die
Familienentwicklung in den drei Untersuchungsländern diskutiert.
