Katrin Bibiella
Bilder für eine Ästhetik der Gegen-Schöpfung
Peter Huchel und René Char

1. Auflage 2003. 264 S. DIN A 5. Broschur
EURO 29,95 (unverbindliche Preisempfehlung)
ISBN 978-3-89796-107-4
Komparatistik im Gardez! Hrsg. v. Horst Fritz und Werner Nell. Band 3

Exklusiv über den Gardez! Verlag erhältlich.


Dieses Buch setzt auf die Überschreitung. Entgegen literaturtheoretischer Konzepte der Moderne und Postmoderne steht es, mit George Steiner, für die reale Gegenwart der Andersheit, die in künstlerischem Schaffen einen kunstexternen Sinn bejaht. In der Selbstbefragung und Selbsterfahrung des Dichters während seiner schöpferischen Arbeit kann die ontologische Dringlichkeit sichtbar werden, das Andere, Fremde einer vorgefundenen Welt in den lichterfüllten Hinterhalt von Darstellung und Verstehen zu ziehen (Steiner).
Im Zentrum des Interesses steht dabei das Wesen der Inspiration, die zum Augenblick komprimierte Epiphanie des Sprachkunstwerkes, die den Dichter-Bildner zum Empfangenden eines Ausdrucks von Bedeutungen werden lässt, deren Sinn ihn übersteigen. Sie kennzeichnet den großen unabschließbaren Antagonismus einer Bewegung zwischen Autonomie und Abhängigkeit als Wesenszug der conditio des schöpferischen Geschöpfes Mensch. Dichten erhält vor diesem Hintergrund den Stellenwert einer gegenschöpferischen Reaktualisierung von Welt. In ihr schwingt die Vorstellung vom Menschen als Bild Gottes mit. Die unter diesem Blickwinkel zu bejahende daseinstiftende Dignität künstlerischen Schaffens begründet zudem dessen ethische Konsistenz.
Dargestellt wird der Ansatz der Kunst als Gegenschöpfung im Rahmen des strukturellen Vergleiches der beiden bedeutenden Dichterpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts, René Char und Peter Huchel. Dass das Erscheinen dieses Buches mit dem 100. Geburtstag Peter Huchels zusammenfällt, mag zudem als würdigende Verneigung vor dem metaphysisch ernsten Werk des Dichters gelten.

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