Formelle Urteilsmängel treten in der zivilprozessualen Praxis tagtäglich
in vielfältiger Weise auf. Die Mehrzahl von Verfahrensfehlern berührt
jedoch nicht die Wirksamkeit der gerichtlichen Entscheidung, sondern
begründet in der Regel lediglich einen Anfechtungsgrund. Im Einzelfall
kann der Verfahrensfehler aber so schwerwiegend sein, dass nicht einmal
der äußere Tatbestand eines Urteils gesetzt worden ist. Hier spricht
man von einem Nichturteil. Die besondere Gefahr einer derartigen Entscheidung
resultiert aus den scheinbar die Parteien treffenden Wirkungen, die
tatsächlich aber nicht eintreten. In der vorliegenden Untersuchung wird
ein umfassender Überblick möglicher formeller Urteilsmängel gegeben.
Die jeweilige Fehlerfolge wird bestimmt, und bestehende Rechtsschutzmöglichkeiten
werden dargestellt. Insbesondere Verstöße gegen die gesetzlich vorgeschriebenen
Verlautbarungsformen werden von den Parteien in der täglichen gerichtlichen
Praxis oftmals nicht bemerkt. Hier soll das vorliegende Buch zur vermehrten
Aufmerksamkeit sensibilisieren und zugleich praktische Handreichungen
für denkbare Anfechtungsmöglichkeiten geben.
