STEFANIE REISS
Zivilgesellschaft und Transformation in Mexiko

1. Aufl. 1999. 132 S. DIN A5. Broschur
EURO 19,95 (unverbindliche Preisempfehlung)
ISBN 978-3-928624-72-5
Politikwissenschaft im Gardez! Hrsg. v. Ulrich Druwe. Band 3

Exklusiv über den Gardez! Verlag erhältlich.


Mexiko, lange Zeit von einem politischen Regime sui generis beherrscht, beschreitet seit 1988 den Weg zur Demokratie. Unter Bezugnahme auf moderne Konzepte der Zivilgesellschaft und deren Einfluss auf die Transformation politischer Systeme beschreibt die Autorin in der vorliegenden Studie die Genealogie der Zivilgesellschaft in Mexiko. Im Oktober 1968 sagen erstmalig die Studenten dem Staatsapparat den Kampf an. Aber erst allmählich beginnt sich die gesamte Bevölkerung gegen die Bevormundung durch das politische Regime zur Wehr zu setzen. Das Versagen des Staates bei der Beseitigung der Erdbebenschäden 1985 löst schließlich einen regelrechten Boom der nichtstaatlichen Organisation aus. Dieses Erlebnis schärft das Bewusstsein der Bürger und steigert die Kritik an den staatlichen Institutionen. Das Zusammentreffen von sozialer, wirtschaftlicher und politischer Krise am Vorabend der Wahlen 1988 provoziert erneut heftige Reaktionen in der Bevölkerung. Freie und faire Wahlen, soziale Gerechtigkeit sowie Einhaltung der Menschenrechte zählen ab diesem Zeitpunkt zu den Interessenschwerpunkten zivilgesellschaftlicher Organisationen. Als das Regime den Reformforderungen der Bevölkerung immer noch nicht nachgibt, sieht die Zapatistische Befreiungsarmee (EZLN) 1994 den einzigen Ausweg im bewaffneten Aufstand. Die Chiapas-Krise fördert die Allianzbereitschaft der Bevölkerung und ermöglicht der indianischen Bewegung den Eintritt in die Zivilgesellschaft.

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