Die Frage "Wie verändern sich junge Familien nach der Geburt des ersten
Kindes?" steht im Zentrum dieser Düsseldorfer Längsschnittstudie. Auf
dem Hintergrund eines entwicklungspsychologischen Familienbegriffs und
einer Diskussion bisheriger Forschung zum Übergang zur Elternschaft
wird erörtert, welche weitere Entwicklung die Familie in den ersten
Lebensjahren nimmt und welche Probleme im Rollenverhalten und in der
Betreuung der Kinder entstehen. Dabei stehen drei Bereiche im Vordergrund:
(a) Erleben und Elternschaft, (b) Betreuung des Kindes und (c) ökologischer
Kontext. Zu diesen Bereichen sind verschiedene Fragebögen eingesetzt
worden, und zwar im Sinne eines Längsschnitts mehrmals zwischen dem
letzten Drittel der Schwangerschaft und dem sechsten Lebensjahr des
Kindes. Die Ergebnisse dieser Pilotstudie ermöglichen einen deskriptiven
Überblick zu ökologischen Basisdaten, verschiedenen Fragen der Lebensplanung
und der Betreuung des Kindes. Die Mikroanalyse der verschiedenen Funktionen
in bezug auf Betreuung und Versorgung des Kindes konnte die These, dass
die traditionellen Geschlechtsrollenstereotype nach wie vor ihre Gültigkeit
besitzen, im wesentlichen bestätigen, wenn sich auch im Detail neue
Akzentsetzungen z. B. im Sinne der "neuen Väter" zeigen.
Matthias Petzold schrieb auch den Gardez!-Band
"Elternschaft"
