WINFRIED MONSCHAUER
Das Augustiner-Eremiten-Nonnenkloster St. Maria zu Kamp bei Boppard
Geschichte - Struktur - Besitz

1. Aufl. 1998. 404 S. Zahlreiche Abbildungen. DIN A5. Broschur
EURO 34,95 (unverbindliche Preisempfehlung).
ISBN 978-3-928624-31-2
Geschichte im Kontext. Hrsg. v. Armin Heinen und
Hubertus Seibert. Band 2

Exklusiv nur über den Gardez! Verlag erhältlich


Die Ursprünge des späteren Augustiner-Eremitenklosters Kamp lagen in der um 1330 vorgenommenen Gründung einer Beginenniederlassung durch den aus Köln, dem Zentrum des deutschen Beginenwesens, stammenden Kamper Pfarrer Widekindus und dem Ritter Werner Schenk von Liebenstein d. A. 1387 wird diese Institution in fester Verfassung in den Wirkungsbereich des Trierer Erzbischofs gebracht und hinsichtlich der geistlichen Leitung des Frauenkonvents priesterlicher Leitung unterstellt sowie 25 Jahre später dem weiblichen Zweig des Augustinereremitenordens eingegliedert. Die Existenzgrundlage wurde gesichert durch Schenkungen, die in der Hauptsache von einer mittleren Besitzerschicht geleistet wurden. Das im Durchschnitt von etwa 15 Chorschwestern und einer kleineren Anzahl Laienschwestern bewohnte Kloster erlebte im 15. Jahrhundert eine Blütezeit, erfuhr mehrere Reformen und Visitationen sowie schließlich die Unterstellung unter Rommersdorf, ein Akt, der das geistliche Leben im 17. Jahrhundert nachhaltig prägte. Das sehr verarmte Kloster wurde zwischen 1804 und 1806 durch Nassau aufgelöst, die Klostergebäude und das Inventar an Privatleute verkauft. Das Konvent rekrutierte sich überwiegend aus Frauen der Mittelrhein-Region und des Mosel-Eifel-Gebietes, die sowohl dem Adel als auch dem gehobenen Bürgertum entstammten. Die mittelhochdeutschen Handschriften, meist erbauliche Traktate und Werke mit moralisierender Tendenz, zeigen den hohen Bildungsstand der Klosterfrauen im Spätmittelalter an. Gebet und Arbeit bestimmten das Leben im Kloster. Korrespondierend zum freitäglichen Schuldkapital, bestand ein minuziös ausgearbeiteter Strafkatalog. Zur Conversio morum gehörten strenge Klausur, Askese, Stillschweigen und regelmäßiges Beichten. Hauptbestandteil der Arbeiten im Kloster bildeten verschiedene Formen der Textilgewinnung. Besitzgeschichtlich konnte Kamp auf Ackerländereien von rund 170 Morgen im Maifeld und Weinberge in unmittelbarer Nähe des Klosters zurückgreifen. Von seiner Wirtschaftskraft her muss man Kloster Kamp bis Ende des 18. Jahrhunderts, nimmt man als Vergleichsgröße die übrigen Nonnenklöster des Niedererzstifts Trier, zu den mittleren Klöstern rechnen.

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