Die Ursprünge des späteren Augustiner-Eremitenklosters Kamp lagen in
der um 1330 vorgenommenen Gründung einer Beginenniederlassung durch
den aus Köln, dem Zentrum des deutschen Beginenwesens, stammenden Kamper
Pfarrer Widekindus und dem Ritter Werner Schenk von Liebenstein d. A.
1387 wird diese Institution in fester Verfassung in den Wirkungsbereich
des Trierer Erzbischofs gebracht und hinsichtlich der geistlichen Leitung
des Frauenkonvents priesterlicher Leitung unterstellt sowie 25 Jahre
später dem weiblichen Zweig des Augustinereremitenordens eingegliedert.
Die Existenzgrundlage wurde gesichert durch Schenkungen, die in der
Hauptsache von einer mittleren Besitzerschicht geleistet wurden. Das
im Durchschnitt von etwa 15 Chorschwestern und einer kleineren Anzahl
Laienschwestern bewohnte Kloster erlebte im 15. Jahrhundert eine Blütezeit,
erfuhr mehrere Reformen und Visitationen sowie schließlich die Unterstellung
unter Rommersdorf, ein Akt, der das geistliche Leben im 17. Jahrhundert
nachhaltig prägte. Das sehr verarmte Kloster wurde zwischen 1804 und
1806 durch Nassau aufgelöst, die Klostergebäude und das Inventar an
Privatleute verkauft. Das Konvent rekrutierte sich überwiegend aus Frauen
der Mittelrhein-Region und des Mosel-Eifel-Gebietes, die sowohl dem
Adel als auch dem gehobenen Bürgertum entstammten. Die mittelhochdeutschen
Handschriften, meist erbauliche Traktate und Werke mit moralisierender
Tendenz, zeigen den hohen Bildungsstand der Klosterfrauen im Spätmittelalter
an. Gebet und Arbeit bestimmten das Leben im Kloster. Korrespondierend
zum freitäglichen Schuldkapital, bestand ein minuziös ausgearbeiteter
Strafkatalog. Zur Conversio morum gehörten strenge Klausur, Askese,
Stillschweigen und regelmäßiges Beichten. Hauptbestandteil der Arbeiten
im Kloster bildeten verschiedene Formen der Textilgewinnung. Besitzgeschichtlich
konnte Kamp auf Ackerländereien von rund 170 Morgen im Maifeld und Weinberge
in unmittelbarer Nähe des Klosters zurückgreifen. Von seiner Wirtschaftskraft
her muss man Kloster Kamp bis Ende des 18. Jahrhunderts, nimmt man als
Vergleichsgröße die übrigen Nonnenklöster des Niedererzstifts Trier,
zu den mittleren Klöstern rechnen.
