Das Buch behandelt in erster Linie die Arbeit deutscher Missionare in
den südlichen Bundesstaaten Brasiliens unter den deutschen Kolonisten,
die ab 1824 dort sesshaft geworden waren. Für die Missionare spielte
der Begriff der deutschen Kultur eine zentrale Rolle. Sie waren sowohl
Träger der deutschen Kultur als auch des ultramontanen Katholizismus.
Dadurch versuchten sie mit Unterstützung der brasilianischen Bischöfe
sowohl eine Erneuerung der Kirche Brasiliens wie auch der brasilianischen
Volksreligiosität zu erreichen. Doch das Festhalten der deutschen Missionare
an den Vorgaben der eigenen Kultur und denen des ultramontanen Katholizismus
erschwerte die Annäherung an die Brasilianer und ebenso die Anerkennung
ihrer Kultur. Die Missionare zeigten sich zwar bereit, die Brasilianer
zu evangelisieren und ihnen Elemente deutscher Kultur zu vermitteln,
aber nicht der luso-brasilianischen Kultur entgegenzugehen. Neben diesem
Aspekt liefert die Studie einen umfassenden Überblick über die Entwicklung
und Organisation der weiblichen und männlichen Orden und Kongregationen,
die im Verlauf des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts den Spuren
deutscher Siedler in den Süden Brasiliens gefolgt waren.
