Im Reich der Märchen regiert unser Wunschdenken.
Das Gute wird belohnt und das Böse bestraft. Frösche dürfen Prinzessinnen
küssen, und unscheinbare Mädchen heiraten Prinzen. Arme gelangen zu
plötzlichem Reichtum, und Tote kehren auf wundersame Weise ins Leben
zurück. Diese und andere glückliche Schlusswendungen haben auch jenseits
der Märchenverfilmung ihren festen Platz im Kino. Das Happy End ist
eine allseits vertraute Konvention, die wir sehnlich herbeiwünschen
oder gelassen erwarten, die uns zuweilen aber auch schonungslos vorenthalten
oder fern jeder Glaubwürdigkeit vorgegaukelt wird. Jenseits der Zauberwelt,
so scheint es, wird das Wunder des Glücks nicht immer fraglos hingenommen.
Wann wollen wir über die Widrigkeiten der Wirklichkeit hinweggetröstet
werden, und wann empfinden wir einen Märchenschluss als triviale Schönmalerei?
Worin liegt das Geheimnis einer gelungenen Glückserzählung im Kino?
Welche Glücksvorstellungen werden im Film reflektiert und von ihm geprägt?
Der Vortrag widmet sich den komplexen Erscheinungen des Märchenglücks
im Film und beleuchtet seine ungebrochene Faszinationskraft, der wir
immer wieder gerne erliegen, wenn es heißt: "Und wenn sie nicht gestorben
sind, so leben sie noch heute."
Dr. Fabienne Liptay, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Seminar für
Filmwissenschaft der Universität Mainz, hat im Gardez! Verlag ihre Studie
"WunderWelten. Märchen
im Film" veröffentlicht.
Außerdem ist sie Herausgeberin der "KinderUni-DVD".
Datum: 22. Januar 2005 um 19.30 Uhr
Ort: Kulturzentrum Remscheider Denkerschmette e.V.
Kippdorfstr. 27
42857 Remscheid
Tel. 0 21 91 / 58 92 02
Fax 0 21 91 / 58 92 03
E-Mail denker@rga-net.de
Internet www.remscheiderdenkerschmette.de
Eintritt: € 5,00.
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Gardez! Verlag Michael Itschert
Richthofenstraße 14
D-42899 Remscheid
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