Süddeutsche Zeitung:
Was man auch lernen kann aus diesem Buch: Wie spannend es ist, Filmen und Bildern überhaupt nachzusinnen, Darsteller zu erfassen, einen zweiten, abenteuerlichen Blick auf zunächst Unverstandenes zu werfen. Wozu bei Koebner drei Eigenarten, drei Vorzüge kommen: Interesse für den jeweiligen Gegenstand. Präziser Blick auf Komposition, Struktur oder Geheimnis eines Bildes, einer Szene, eines Films. Die ungeheure Lust am Fabulieren, mit der er künstlerische Konzepte, darstellerische Details anspricht.
film-dienst 11 / 1998:
Die scharfe Polemik und die unanfechtbare Kritik sind seine Sache nicht. Thomas Koebner bevorzugt die leisen Töne, er will nicht attackieren, sondern auf unaufdringliche Weise informieren, vor allem aber Meinungen bilden, was ihm auf seine Weise denn auch gelingt. (...) Meist (...) zeigt er eine Entwicklung auf, beobachtet wachen Auges die Ausdrucksformen eines Künstlers (...), nimmt einen Film (...) als "gebrochenen Spiegel seiner Zeit". Eins haben all seine Aufsätze gemein: Sie wollen nicht überreden, sie wollen überzeugen (...). In einer Zeit, in der Filme mehr und mehr verrohen, da vieles nur für den billigen Konsum gedacht ist und zudem die Sprache der Filmritik weithin immer oberflächlicher wird, verdienen Koebners Texte Aufmerksamkeit und Achtung. (...) Es ist durchweg das ambitionierte, klassisch tradierte Kino, das sich Koebner zum Ort seiner und des Lesers Lehrjahre wählt. Diese Essays hat man nun gerne und mit Gewinn in einem Band vereinigt.
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